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Netzpolitik

US-Polizei nimmt “extremistische” Gamer ins Visier

Gemeinsam wollen die US-Polizeibehörden FBI und Department of Homeland Security gegen extremistische Inhalte vorgehen, die sie in der Gaming-Szene vermuten. Das berichtet die Plattform The Intercept. Laut einem offiziellen Bericht der US-Regierung tun sich die Ermittler*innen dazu nun mit Roblox, Discord, Reddit und einer weiteren Social-Media-Plattform zusammen, die anonym bleiben möchte. Laut der zuständigen Behörde will man Informationen über gewalttätige Extremist*innen mit den Plattformen austauschen. Diese werden den Ermittler*innen künftig auch regelmäßig berichten, wenn sie extremistische Aktivitäten auf ihren Plattformen beobachten. 

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Extremist*innen auf Reddit und Co

Zu dieser Zusammenarbeit kommt es, weil die US-Behörden seit Herbst 2022 beobachten, dass sich Extremist*innen mit rassistischen oder gewalttätigen Abischten, Tierrechtsaktivist*innen, staatsfeindliche Organisationen, Terrorist*innen und Abtreibungsaktivist*innen zunehmend in der Gaming-Szene versammeln würden, um sich auszutauschen und zu organisieren. 

Der US-Kongress übt deshalb zunehmend Druck auf die Plattformen aus, damit diese stärker gegen die Extremist*innen vorgehen. Während traditionelle Social-Media-Plattformen wie Facebook schon länger über entsprechende Aktivitäten in Form von sogenannten Transparenz-Berichten aufklären müssen, galt das bisher nicht für die oben genannten. 

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Redefreiheit und Zweifel an Treffgenauigkeit

In Amerika sehen das Vorgehen der Behörden nicht alle positiv: 2022 verbot ein Gericht in Louisiana beispielsweise den US-Polizeibehörden, sich über entsprechende Aktivitäten mit Social-Media-Unternehmen auszutauschen, weil das Gericht es als Angriff auf die Redefreiheit sah. Auch aus der Gaming-Szene selbst gibt es Kritik: „Alles, was mir dazu einfällt, ist die schreckliche Erfolgsbilanz des FBI, wenn es um die Identifizierung von Extremismus geht“, sagt Hasan Piker, ein beliebter Twitch-Streamer, der unter dem Pseudonym HasanAbi oft streamt. „Sie sind viel besser darin, schutzbedürftige Teenager mit einer geistigen Behinderung zu finden, die sie ausnutzen können.”

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