Huawei wurde in den Handelsstreit hineingezogen.

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05/31/2019

Huawei darf wieder Android-Beta anbieten und SD-Slots verbauen

Einige Veränderungen geben Hoffnung, dass Huaweis Smartphones zumindest noch Android Q erhalten werden.

Huawei durfte sich in den vergangenen 48 Stunden über zahlreiche kleine Erfolge freuen. Google nahm unter anderem das Huawei Mate 20 Pro wieder in die Liste jener Geräte auf, die die Beta-Version von Android Q beziehen dürfen. Erst vergangene Woche wurde das bislang unterstützte Gerät dort entfernt, nachdem bekannt wurde, dass Google wegen eines Trump-Erlasses die Zusammenarbeit mit Huawei einstellen muss.

Die Wiederaufnahme wird von vielen Seiten als positives Zeichen gedeutet und gibt Hoffnung, dass zumindest die bereits im Handel befindlichen Geräte, wie das Mate 20 Pro und das P30 Pro, ein Update auf Android Q erhalten werden. Derzeit darf Huawei seine Android-Geräte noch bis 19. August offiziell mit Updates versorgen, da das US-Justizministerium eine 90-tägige Schonfrist gewährte. Da die finale Version von Android Q aber etwas später erscheinen dürfte, voraussichtlich im Oktober, wäre ein Update ohne politische Einigung zwischen den USA und China nach derzeitigem Stand nicht möglich.

WLAN, Bluetooth und SD-Karten wieder dabei

Die für die gleichnamigen Standards verantwortlichen Organisationen WiFi Alliance, Bluetooth SIG und SD Association haben Huawei ebenfalls wieder als Mitglied aufgenommen. In der Vorwoche wurde Huawei in all diesen Organisationen die Mitgliedschaft gekündigt, wodurch der chinesische Konzern Standards wie WLAN, SD-Kartenslots und Bluetooth nicht mehr verbauen dürfte. Die Organisationen kommentierten weder den Rauswurf noch die Wiederaufnahme Huaweis.

Der internationale Ingenieurs-Verband IEEE, der seinen Sitz in den USA hat, untersagt Huawei-Mitarbeitern nun auch die Teilnahme am als "Peer Review" bekannten Begutachtungsprozess für wissenschaftliche Veröffentlichungen. Die Entscheidung sorgte für einen Aufschrei unter Wissenschaftern, da die IEEE sich selbst als "unpolitische" Vereinigung bezeichnet und unklar ist, ob auch wissenschaftliche Beiträge vom Handelsverbot betroffen sind.

Hoffen auf Einigung

Eine politische Einigung im Handelsstreit dürfte wohl noch auf sich warten lassen. Eine erste Gelegenheit auf Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und den chinesischen Präsidenten Xi Jinping gibt es beim nächsten G20-Gipfel. Dieser findet am 28. und 29. Juni im japanischen Osaka statt.