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06/14/2019

Huawei verschiebt faltbares Smartphone wegen Samsung

„Wir wollen kein Gerät veröffentlichen, das unseren Ruf zerstören könnte“, sagt ein Huawei-Sprecher.

Huawei hat die Veröffentlichung seines faltbaren Smartphones Mate X (zum Kurztest) offiziell auf September verschoben. Das im Februar angekündigte 2300-Euro-Gerät hätte ursprünglich im Sommer erscheinen sollen. Oftmals war der Juni im Gespräch, aufgrund des anhaltenden Handelskonflikts zwischen den USA und China wurde dieser Termin aber schon seit längerer Zeit angezweifelt.

Laut Huawei wolle man die Zeit nutzen, um das Smartphone „gemeinsam mit Mobilfunkern und Entwicklern in aller Welt zu testen, um sicherzustellen, dass ihre Apps funktionieren, wenn das Smartphone ausgeklappt wird“. Zugleich sei man aber auch „vorsichtiger“ nach den Problemen mit Samsungs faltbarem Smartphone. Das Galaxy Fold hätte ursprünglich bereits Ende April auf den Markt kommen sollen. Doch in ersten Tests kam es zu Defekten, da Schmutz und kleine Objekte über das Scharnier hinter den Bildschirm gelangen konnten. Samsung verschob daraufhin den Marktstart auf unbestimmte Zeit.

Österreich-Start noch dieses Jahr

„Wir wollen kein Gerät veröffentlichen, das unseren Ruf zerstören könnte“, so ein Huawei-Sprecher gegenüber CNBC. Bislang hat Huawei noch keine Testgeräte verteilt, weswegen die Alltagstauglichkeit der Smartphones noch nicht erprobt werden konnte. Im Gegensatz zum Samsung Galaxy Fold lässt sich der Bildschirm des Huawei Mate X aber von außen nach innen falten. Das Scharnier weist zudem im Vergleich zum Galaxy Fold keine sichtbare Öffnung auf, in die größere Fremdkörper rutschen könnten. Zudem hat man entsprechende Schutzhüllen angekündigt, die das verhindern sollen.

In Österreich hätte das Smartphone im September auf den Markt kommen sollen, nachdem die Kernmärkte beliefert wurden. Es ist unklar, ob es auch zu einer Verschiebung des Österreich-Starts kommen wird. Branchen-Insider gehen aber weiterhin davon aus, dass das Smartphone noch dieses Jahr in Österreich erhältlich sein wird.

Auch ohne Android möglich

Da das Smartphone bereits im Februar angekündigt wurde, dürfte es noch mit Android ausgeliefert werden. Huawei wurde von US-Präsident Donald Trump auf die sogenannte Entities List gesetzt, weswegen US-Unternehmen mit dem chinesischen Konzern keine Geschäfte mehr machen dürfen. Das betrifft unter anderem auch Google, das einige Kern-Dienste des Mobil-Betriebssystems Android nicht mehr an Huawei lizenzieren darf, unter anderem den Play Store.

Bereits verkaufte Geräte haben weiterhin Zugriff auf den Play Store. Alternativ sei man aber auch dazu bereit, das selbstentwickelte HongMeng OS auf dem Mate X zu verwenden: „Wenn wir dazu gezwungen sind, sind wir dazu bereit. Wir schaffen das in den nächsten sechs bis neun Monaten“, so ein Sprecher gegenüber CNBC.