FILE PHOTO: Plane approaching Leeds Bradford airport passes in front of the sun in Leeds

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Science

Millionen für Erforschung der Sonnenlicht-Verdunklung gefordert

Die Staaten der Welt bemühen sich, die Kontrolle über den Klimawandel zu erlangen. Die Fortschritte bei diesem Vorhaben sind jedoch bisher eher langsam. Mitglieder der US-Akademie der Wissenschaften (NAS) drängen nun in einem neuen Bericht darauf, das Thema Geoengineering genauer zu untersuchen, um für einen eventuellen Einsatz von Technologien zur Reduzierung der Sonnenstrahlung auf die Erde oder zur Verbesserung der Wärmeabfuhr ins Weltall gerüstet zu sein.

Drei Methoden

Wie der Guardian berichtet, schlägt die NAS auch vor, 100 bis 200 Millionen Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren für Forschungsprogramme auf dem Gebiet zur Verfügung zu stellen. Mit dem Geld soll etwa die Machbarkeit verschiedener Maßnahmen untersucht werden. Im Fokus sollen drei Ansätze stehen:

  1. Das Ausbringen von reflektierenden Partikeln in der Stratosphäre, um mehr Sonnenlicht in den Weltraum zu reflektieren und somit quasi von der Erdoberfläche aus gesehen die Sonne zu dimmen.
  2. Partikel in niedrig über den Ozeanen hängenden Wolken verstreuen, um deren Reflexionsgrad zu erhöhen.
  3. Das künstliche Ausdünnen von hoch liegenden Cirrus-Wolken, um mehr Wärme aus der Erdatmosphäre in den Weltraum abzuführen.

Besseres Verständnis

Die Forscher des NAS betonen, nicht die Anwendung dieser Geoengineering-Maßnahmen vorantreiben zu wollen, sondern lediglich ein Rahmenwerk dafür zu schaffen. "Wegen der Dringlichkeit der Klimakrise sollte solares Geoengineering besser untersucht werden", meint NAS-Präsidentin Marcia McNutt. "Aber ähnlich wie bei künstlicher Intelligenz oder Genmanipulation sollte die Wissenschaft die Öffentlichkeit dazu bringen, sich nicht zu fragen, ob man es tun kann, sondern ob man es tun sollte."

Verantwortung für alle

Ein Forschungsprogramm zu solarem Geoengineering sollte dabei helfen, im Ernstfall bessere Entscheidungen zu treffen. Diese Entscheidungen sollten verantwortungsvoll für sämtliche Teile der Erdbevölkerung getroffen werden. Denn Geoengineering könnte eine ganze Bandbreite unerwünschter Nebeneffekte haben. Durch die Blockade von Sonnenlicht könnten z.B. Regenfälle in manchen Regionen reduziert werden, was zu massiven Ernteausfällen führen könnte.

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