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Apps

5 Social-Media-Apps, von denen du noch nie gehört hast

Die Welt der sozialen Netzwerke hat mit der Zeit einen massiven Wandel durchlebt. Während am Anfang vor allem der Austausch unter Freund*innen und Familie im Vordergrund stand, sind über die Jahre nicht nur immer mehr Plattformen entstanden, auch die Nutzung hat sich verändert. Wo früher Fotos von schönen Momenten waren, wird heute nur noch über Politik diskutiert.

Die Apps von Facebook, Twitter oder TikTok gehören zu den wohl bekanntesten und größten der Welt. Abseits dieser großen Plattformen gibt es aber einige Apps, die mit ihren speziellen Angeboten viele Nutzer*innen anlocken.

Wir stellen euch diese Social-Media-Apps vor:

  • Letterboxd: iOS und Android
  • BeFake: iOS und Android
  • Happn: iOS und Android
  • Polywork: iOS
  • IMVU: iOS und Android

Letterboxd

Fans des Bewegtbildes haben in den letzten Jahren auf Letterboxd ein neues zu Hause gefunden. Bei der Plattform handelt es sich um ein soziales Netzwerk, das sich auf Filme spezialisiert hat. Nutzer*innen können sich hier aber nicht nur über Filme austauschen, sie bekommen gleich ein Potpourri an Features, die den tagtäglichen Filmgenuss abrunden.

Nach dem erstmaligen Download und einer kleinen Einführung geht es zur Anmeldung. Hier können wir direkt einen Account erstellen, erfreulicherweise dürfen wir diesen Schritt aber auch vorerst überspringen. Sind wir dann im Dashboard angekommen, wird sofort klar, dass hier wirklich nur Film im Fokus steht. In einer Übersicht werden uns Neuerscheinungen sowie die momentan populärsten Filme angezeigt. Durch Tippen auf den jeweiligen Film gelangen wir zur Info-Seite. Hier finden wir alle wichtigen Informationen zum jeweiligen Film. Ein kurzer Plot, die Spielzeit, alle beteiligten Schauspieler*innen und ein Link zum Trailer versammeln sich hier kompakt auf einer Seite. Die soziale Komponente kommt erst zum Vorschein, wenn wir zu den Bewertungen scrollen.

Für Oppenheimer beispielsweise gibt es fast 400.000 Rezensionen, die wir uns durchlesen können. Von kurzen Scherzen bis zu tiefgründigen Überlegungen gibt es hier alles zu lesen. Möchten wir unsere Gedanken ebenfalls teilen, können wir diese allgemein sowie an Freund*innen gerichtet tun, um die ein oder andere Diskussion anzufachen. Rund um die abertausenden Filme in Letterboxd hält die App aber noch einige praktische Zusatzfeatures parat. So können wir etwa Filmtagebuch führen, Listen erstellen und mit anderen teilen und Statistiken zu unserem Sehverhalten einsehen.

Brauchen wir Inspirationen, können wir in die geteilten Inhalte von anderen schauen, um beispielsweise ein altes Meisterwerk zu entdecken. Abonnent*innen der 19,49 Euro pro Jahr teuren Pro-Version können dank JustWatch-Integration auch die eigenen abonnierten Streamingdienste hinterlegen. So lässt sich dann noch schneller herausfinden, wo es den nächsten Film der Begierde zu sehen gibt.

Letterboxd ist kostenlos für iOS und Android erhältlich.

BeFake

Erst seit 3 Wochen verfügbar und somit ganz frisch auf dem Markt ist BeFake. BeFake bezeichnet sich selbst als das weltweit erste AI-augmented Social Network. Wer jetzt der Meinung ist, den Namen im Zusammenhang mit einer Social-App schon einmal gehört zu haben, irrt nicht. BeFake ist nämlich als Parodie zu der vor einigen Monaten gehypten App BeReal zu verstehen. Statt ein Foto aus der Realität zu senden, wird unsere Umgebung und das Aussehen bei BeFake aber so umfassend wie möglich verfälscht.

Um mit BeFake loslegen zu können, braucht es nicht viel mehr als die App und einen kostenlosen Account. Ist dieser angelegt, ähnelt die App auch in Sachen Bedienung BeReal. Auch hier bekommen wir von der App einmal am Tag die Aufforderung, ein Selfie von uns anzufertigen. Innerhalb von 20 Minuten gilt es dann, ein Foto von uns aufzunehmen und mit dem KI-Zufallsmechanismus möglichst stark zu verfälschen.

Senden wir das Bild innerhalb der Zeit ab, können wir auch die Bilder von anderen Nutzer*innen in unserer Timeline sehen. Obwohl BeFake eher nach einer Verarsche klingt, geben die Entwickler*innen an, höhere Motive zu haben. So möchte man den Druck, ein perfekt gestelltes Selfie zu erstellen, beseitigen. Eine Absicht, die sich BeReal paradoxerweise ebenso auf die Fahne schreibt.

BeFake ist kostenlos für iOS und Android erhältlich.

Happn

Eine spezielle Herangehensweise hat man sich auch bei Happn ausgedacht. Die vorrangig für Dating vorgesehene App möchte auf das klassische Durchstöbern von potenziellen Partner*innen in der Umgebung verzichten. Stattdessen setzt man bei Happn auf ein ganz spezielles Konzept. Ist die App heruntergeladen und der kostenfreie Account erstellt, können wir uns auf den Weg machen. Dass wir uns auf den Weg machen, ist bei Happn besonders wichtig, sonst wird es mit dem Matching nämlich schwierig.

Die App setzt zwar wie Tinder und Konsorten auf klassische Profile, die mit Bild, Name, Alter und Beschreibung versehen sind. Damit wir überhaupt Profile zum Matchen, bei Happn einfach Crush genannt, vorgeschlagen bekommen, müssen wir aber erst einmal an den Personen in freier Wildbahn vorbeigelaufen sein. Happn serviert uns nämlich nur Profile, die schon einmal ganz nah an uns dran waren. Rein über den Standort wird hier abgestimmt, wer sich schon mal im realen Leben begegnet ist und für die jeweils andere Person vorherbestimmt sein könnte.

Matchen sich die 2 Beteiligten, kann dann der klassische Dating-App-Tango mit Nachrichten und Co. losgehen. Ob es überhaupt so weit kommt, scheint aber mancherorts eher zweifelhaft. In den Bewertungen gibt es zwar massenhaft Plus-Punkte für die Idee.

Am Ende des Tages ist die App aber wahrscheinlich nur in Metropolen wirklich sinnvoll einsetzbar, beschweren sich manche Nutzer*innen doch, dass sie auch nach längerer Nutzung kein einziges Profil serviert bekommen haben. Wer dann doch Glück hat, kann auch noch Geld in die kostenlose App buttern. Ab 14,99 Euro pro Monat können dann etwa Likes von anderen eingeblendet oder SuperCrushes versendet werden. Wenn denn überhaupt jemand die App im näheren Umfeld verwendet.

Happn ist kostenlos für iOS und Android erhältlich.

Polywork

Während LinkedIn und Xing im Bereich der Business-Netzwerke die wohl bekanntesten Namen sind, gibt es auch die ein oder andere Plattform im Hintergrund, die für Anwender*innen interessant sein könnte. Das Angebot von Polywork hat sich in den letzten Monaten hervorgetan und wird mittlerweile als LinkedIn der neuen Generation bezeichnet. Wer die App herunterlädt, sieht sofort, was damit gemeint ist. Haben wir einen Account erstellt, gelangen wir direkt ins Dashboard der bunt und kompakt gestalteten App.

Hier können wir uns durch die vielen Posts und Angebote von anderen Mitgliedern wühlen. Von vollumfänglichen Jobangeboten bis zu Mini-Projekten, für die noch Unterstützung gesucht wird, ist hier quasi alles vertreten. Unser eigenes Profil können wir mit allem Wichtigen befüllen, ohne dass die Seite direkt überquillt. Direkt ersichtlich sind so unsere Rolle in einem Unternehmen, unser Standort sowie einzelne Stichpunkte, die unsere Bereiche bzw. Fähigkeiten beschreiben.

Sind wir an anderen interessiert, gibt es die Buttons „Collaborate“ und „Follow“, um den Austausch voranzutreiben. Ein wichtiger Punkt für Polywork ist auch, den Druck aus dieser Art von Berufsnetzwerken zu entfernen. Likes oder öffentliche Followerzahlen gibt es hier nicht. Stattdessen soll es einzig und allein um den Austausch gehen.

Polywork ist kostenlos für iOS erhältlich.

IMVU

Eine ganz eigene Welt der sozialen Netzwerke finden wir bei IMVU vor. Bei IMVU handelt es sich laut eigenen Angaben um das größte Avatar-basierte soziale Netzwerk der Welt. Nutzer*innen schlüpfen hier in eine vollkommen virtuelle Rolle. Um überhaupt loslegen zu können, braucht es aber zuerst einmal einen Account, den wir mit unserem Avatar verknüpfen. Tatsächlich können wir hier das digitale Abbild eines Menschen schaffen, wobei das Design komplett uns überlassen bleibt.

Sowohl die körperlichen Merkmale, als auch Kleidung und Accessoires können frei angepasst und jederzeit überarbeitet werden. Haben wir unseren Avatar erstellt, können wir damit dann in das soziale Netzwerk aufbrechen. Der eigentliche Feed erinnert hier an eine Light-Variante von Instagram, wobei selbstverständlich alles mit Avataren von anderen Nutzer*innen gefüllt ist. Es kann gelikt, kommentiert und gefolgt werden. Gleichzeitig können sich die Avatare in der App treffen, miteinander plaudern, Konzerte besuchen und sogar shoppen gehen.

Hier können Nutzer*innen dann auch endlich ihr Geld beim Fenster herauswerfen. Für jede Handlung braucht es Credits. Ob wir nur eine Hose kaufen oder in die exklusiven VIP-Räume wollen, für alles in dieser App muss Geld in Form von Credits investiert werden. Von einem Euro für 1.000 Credits bis zu 100 Euro für 100.000 Credits - hier lässt sich schnell ganz viel Geld verbrennen.

Dass IMVU für manche ein Spiel, für andere aber schon zum Alltag à la Second Life geworden ist, wird auch in den Bewertungen ersichtlich. Während einige das soziale Netzwerk zu Unterhaltungszwecken nutzen, scheinen hier auch schon ganze Beziehungen in der Parallelwelt entstanden zu sein. Eine Welt, die sicher nicht für jede*n geeignet ist.

IMVU ist kostenlos für iOS und Android erhältlich.

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Amir Farouk

Early-Adopter. Liebt Apps und das Internet of Things. Schreibt aber auch gerne über andere Themen.

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