A woman holds an iPhone 11 Pro Max after it went on sale at the Apple Store in Beijing

© REUTERS / JASON LEE

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12/17/2019

iPhone 11 Pro fällt im Kamera-Blindtest durch

Der Test des unter dem Namen MKBHD bekannten YouTube-Bloggers Marques Brownlee sorgte für mehrere Überraschungen.

von Martin Stepanek

Um die beste Smartphone-Kamera ausfindig zu machen, ließ YouTuber Marques Brownlee (MKBHD) in diesem Jahr 16 Smartphones gegeneinander antreten. In dem Blindtest stimmten vier Millionen Instagram-User und zwei Millionen Twitter-User darüber ab, welches von zwei Bildern ihnen besser gefällt. Der jeweilige Gewinner der Paarung kam eine Runde weiter, bis der Sieger gekürt war. Der Test sorgte wie schon im Vorjahr für einige Überraschungen.

iPhone 11 Pro verliert gegen OnePlus 7T Pro

Für Apple, das sich für das beste Kamerasystem im iPhone 11 Pro rühmt, kam bereits in Runde eins das klare Aus. Ohne zu wissen, mit welchem Smartphone welches Foto geschossen wurde, bevorzugten 70 Prozent der Nutzer das mit dem OnePlus 7T Pro gemachte Porträt von Marques Brownlee. Wie MKBHD auf seinem YouTube-Kanal analysiert, dürfte das iPhone 11 Pro der automatischen Farbkorrektur zum Opfer gefallen sein. Das Foto regelte das Blau des Himmels im Hintergrund hoch und bekam dadurch einen Blaustich.

Während andere Favoriten wie das Google Pixel 4 und das Huawei Mate 30 Pro ihre jeweiligen Konkurrenten zunächst mühelos schlagen konnten, kam es in weiterer Folge zu einigen Überraschungen. So verlor das eigentlich kamerastarke Pixel 4 gegen das am Papier eigentlich schwächere Galaxy S10e und auch das Mate 30 Pro musste gegen Samsungs Galaxy Note 10+ klein beigeben, das als Gesamtsieger vom Platz ging.

Höherwertige Kameras im Nachteil

Spannender als der tatsächliche Sieger ist die nachfolgende Analyse des Bloggers. So wird klar ersichtlich, dass die Mehrzahl der User stets das hellere, leuchtendere Bild bevorzugten, selbst wenn die Gesamtkomposition dadurch unausgewogener wurde. Besonders überraschend war, dass Fotos mit Tiefenunschärfe, wie man sie von hochwertigen Kameras kennt, ebenfalls das Nachsehen hatten.

Der leicht unscharfe Hintergrund mit Fokus auf das eigentliche Subjekt im Bild wurde von Usern im direkten Vergleich offenbar als Manko empfunden. Bei herkömmlichen Smartphone-Fotos mit kleinerem Sensor sind die Unterschiede zwischen Hintergrund und fokussiertem Bildmittelpunkt weniger groß - der Hintergrund wird dadurch "schärfer". Dass das Mate 30 Pro mit seinem größeren Sensor klar gegen das Galaxy Note 10+ verloren hat, sei dadurch zu erklären, analysiert MKBHD.

Spannende Erkenntnisse

So unrühmlich dieser Blindtest für das iPhone 11 Pro ausfiel, konnte es bei einem anderen derartigen Experiment wiederum punkten. So ließ Blogger Matti Haapoja Apples iPhone gegen eine Spiegelreflexkamera um 7500 Dollar antreten und Leute raten, welches Bild mit dem iPhone und welches mit der teuren Kamera geschossen wurde. Hier wiederum konnte Apple die Kombination von Hardware und intelligenter Software perfekt ausspielen und lieferte teilweise sogar bessere Bilder als die DSLR-Kamera. Ein ähnlicher Test existiert für das Pixel 4.