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Samsung Galaxy S20 FE im Test: Die günstigere Alternative

Das Samsung Galaxy S20 FE bieten die besten Funktionen der S20-Geräte zu einem niedrigeren Preis.

Mit der "Fan Edition" (FE) hat Samsung rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft ein aufgefrischtes Modell seiner Galaxy-S-Reihe aufgelegt. Dabei habe man auf seine Fans gehört und "die beliebtesten Funktionen in einem schlanken Premium-Design zusammengeführt", heißt es in einer Aussendung.

Herausgekommen ist das Samsung Galaxy S20 FE, welches gegenüber der regulären S-Reihe nur wenige Einbußen hinnehmen muss, aber "zu einem erschwinglichen Preis" angeboten wird, wie Samsung betont.

Höheres Gewicht, dafür ein super Display

Größenmäßig ist es zwischen S20 und S20+ angesiedelt: Mit einem 6,5 Zoll AMOLED-Display ist das FE etwas größer als das S20 (6,2 Zoll) und etwas kleiner als das S20+ (6,7 Zoll). Das Screen-to-Body-Verhältnis ist etwas geringer, was bedeutet, dass der Rahmen, der den Bildschirm einschließt, beim FE etwas breiter ausfällt.

Beim Gewicht scheint sich Samsung nicht allzu viel Mühe gegeben zu haben: Mit 190 Gramm ist es nämlich etwas schwerer als das S20 (163 Gramm) und das S20+ (186 Gramm). Ebenso muss man beim S20 FE auf eine Corning-Gorilla-Glas-6-Schutzschicht verzichten.

Die Auflösung des Bildschirms wurde leicht reduziert. Während das Display des S20 und jener des S20+ eine Auflösung von 1.440 x 3.200 Pixel (QHD) haben, kommt die Display-Auflösung des S20 FE auf 1.080 x 2.400 Pixel (FHD).

Samsung Galaxy S20 FE

Refresh-Rate von 120 Hz

Lobend anzumerken ist, dass Samsung beim Display des günstigeren FE-Modells die hohe Refresh-Rate von 120 Hz beibehalten hat. Das macht sich vor allem beim Scrollen und bei bewegten Inhalten positiv bemerkbar. 

Die hohe Bildwiederholfrequenz heißt auch, dass die niedrigere Auflösung gegenüber den regulären S20-Modellen nicht weiter negativ auffällt. Denn nutzt man beim S20 oder S20+ die hohe Refresh-Rate, wird die Auflösung ebenso von QHD auf FHD reduziert.

Die hohe Refresh-Rate gepaart mit der erstklassigen Qualität des Bildschirms - Kontrast, Farbdarstellung, Schärfe und Helligkeit sind quasi makellos - verleihen dem S20 FE eines der besten Displays in dieser Preisklasse. 

Verarbeitung

Eine kleine Kritik muss allerdings noch an der Verarbeitung des S20 FE angebracht werden. Die Spaltmaße zwischen den einzelnen Bauteilen sind etwas größer, als man es von der S20-Reihe her kennt.

Dadurch wirkt das Gerät etwas kantiger. Die Übergänge zwischen Frontpartie, dem Aluminiumrahmen und Plastikrückseite sind deutlich spürbar, wenn man das Gerät in der Hand hält. Wenn man nach einem Premium-Feeling Ausschau hält, könnte dies die User-Experience leicht mindern.

Kamera

Sieht man sich die technischen Details des Kamera-Setups an, zeigt das S20 FE eindrücklich, dass das Rennen nach immer höheren Pixel-Angaben unnötiges Marketinggetöse ist.

So setzt sich die Kamera aus 3 Linsen zusammen: 12 MP Hauptkamera mit f/1,8; 8 MP Teleobjektiv mit f/2,4 und 3-fachem optischen Zoom; 12 MP Weitwinkelobjektiv mit f/2,2. Der Vergleich: Das S20 und das S20+ kommen hingegen mit einem 64 MP Teleobjektiv, das S20 Ultra sogar mit einer 108 MP Hauptkamera.

Top-Fotoqualität

Nimmt man mit dem S20 FE die ersten Bilder auf, wird man schnell feststellen, dass die Kamera des Smartphones hervorragende Fotos liefert. Bei Tageslicht im Freien steht die Fotoqualität jener des regulären S20 um nichts nach. Die Bilder sind farbstark und natürlich. Auch am Kontrast gibt es nichts auszusetzen.

Nimmt man ein Objekt im Vordergrund in den Fokus wird es scharf gestellt und der Hintergrund unscharf dargestellt. Das funktioniert weitgehend problemlos und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Selbiges bei Porträt-Fotos. Auch mit dem 3-fach optischen Zoom entstehen passable Bilder. 

Die Nachtaufnahmen fallen ebenfalls positiv auf. Mit dem Night-Mode in dunklen Gassen zu fotografieren, macht richtig Spaß. Der Unterschied zwischen Night-Mode und Standardmodus fällt dabei gar nicht so stark auf.

Bei Weitwinkelaufnahmen in dunkler Umgebung nimmt die Fotoqualität spürbar ab. Das Ergebnis ist etwas zu dunkel und die Details kommen weit weniger zur Geltung.

Beispielbilder mit dem Samsung Galaxy S20 FE

Selfie-Kamera

Die Frontkamera befindet sich in einem kleinen Kameraloch mittig im oberen Bereich des Displays. Die Aussparung ist gleich groß, wie bei den regulären S20-Geräten. Die Auflösung der Selfie-Kamera hingegen ist mit 32 MP deutlich höher, als beim S20 und S20+ (beide 10 MP).

An der Qualität der Selfie-Kamera gibt es nicht viel auszusetzen. Die Selbstporträts wirken allerdings nicht ganz so farbstark wie die Fotos mit der Hauptkamera auf der Rückseite.

Der Bokeh-Effekt wird beim S20 FE nicht allzu prominent eingesetzt. Dadurch wirken die Fotos sehr natürlich. Die Atmosphäre, die mit einer künstlichen Tiefenunschärfe produziert wird, kommt aber nicht so sehr zur Geltung.

Ein Selfie

Video

Auch bei den Video-Funktionen müssen aufgrund der niedrigeren Auflösung kleinere Einschränkungen hingenommen werden. So sind Aufnahmen in 8K, HDR10+ und Superzeitlupe mit 960 fps nicht möglich.

Möglich sind hingegen 4K-Aufnahmen mit bis zu 60 fps. Auch eine Zeitlupenfunktion steht zur Verfügung, wobei aber die Frames-per-Second nicht ausgewiesen werden.

Ausreichend Leistung vorhanden

Bei Chipset, Arbeitsspeicher und Speicherplatz gibt es beim S20 FE gegenüber der restlichen S20-Reihe keine Einschränkungen. Auch das S20 FE kommt mit einem Exynos 990 Prozessor und eine Mali-G77 MP11 GPU. Beim Speicher stehen die Variante 6/128 GB und 6/256 GB zur Auswahl.

Mit diesem "Motor" braucht man sich um die Leistungsfähigkeit des S20 FE keine Sorgen machen. Populäre Alltags-Apps schafft das Gerät ohnehin mit Leichtigkeit und auch ressourcenintensivere Anwendungen sind für das S20 FE kein Problem.

Anschlüsse, Konnektivität, Wasserschutz und Fingerprint

Das getestete Samsung Galaxy S20 FE ist nicht 5G-fähig. Es ist allerdings auch eine Version des Smartphones verfügbar, die mit der neuen Mobilfunktechnologie ausgestattet ist.

Wer will, kann sich den internen Speicher mittels eine microSD-Karte erweitern. Allerdings wird dafür ein SIM-Slot verwendet, einen eigenen Einschub für eine Speicherkarte gibt es nicht. Beim Speicherformat gibt es gegenüber den regulären S20-Smartphones ein Upgrade von UFS 3.0 auf UFS 3.1. In der Praxis fällt dies allerdings kaum bis gar nicht auf.

Bluetooth 5.0 LE ist ebenso an Bord wie die WLAN-Standards 802.11 a/b/g/n/ac/6. FM-Radio gibt es nicht, NFC hingegen schon. Samsung DeX oder Samsung Wireless DeX wird vom S20 FE nicht unterstützt.

Der Fingerprintsensor befindet sich unterhalb des AMOLED-Displays und funktioniert. Es ist kaum ein Unterschied zu den anderen S20-Geräten spürbar, obwohl bei der FE-Variante ein optischer und kein Ultraschall-Sensor zum Einsatz kommt.

Das Galaxy S20 FE ist nach IP68 gegen Wasser und Staub geschützt. Somit dürften rund 30 Minuten in bis zu 1,5 Meter tiefem Wasser kein Problem für das Smartphone sein. "Es ist also kein Problem, weiterzuspielen und Aufnahmen zu machen, wenn dein Handy ein bisschen nass wird", schreibt Samsung auf seiner Website.

Software

Auf dem S20 FE läuft Android 10. Darüber hat Samsung seine aktuelle Benutzeroberfläche One UI 2.5 gelegt. Wie schon in früheren Testberichten erwähnt, bietet die Samsung-Software zahlreiche nützliche Spielereien, individuelle Einstellungsmöglichkeiten und nicht allzu viel Bloatware.

Das One UI 2.5 ist für meinen Geschmack neben Stock-Android eine der besten Benutzeroberflächen für Android. Sie funktioniert einwandfrei, schnell und lässt sich bis ins Detail an die persönlichen Smartphone-Gewohnheiten anpassen.

Akku ohne Schnellladegerät

Der Akku des S20 FE hat eine Kapazität von 4.500 mAh und liegt damit gleichauf wie jener des S20+. Das reguläre S20 hat lediglich 4.000 mAh.

Die Akkulaufzeit des S20 FE liegt im besseren Mittelmaß: Man kommt damit bei durchschnittlicher Nutzung und Screen-Time locker über einen Tag. Am Abend beziehungsweise über Nacht wird man dann allerdings den Weg zur Steckdose suchen.

Einmal angesteckt, könnte das S20 FE mit maximal 25 Watt geladen werden. Leider befindet sich im Lieferumfang aber nur ein Ladegerät mit 15 Watt Ladeleistung. Das Schnellladegerät mit 25 Watt muss extra gekauft werden. 

So schnell lädt das Samsung Galaxy S20 FE

Die 15 Watt Ladeleistung zeigen dann auch, dass man sich beim Aufladen des S20 FE gedulden muss. Nach 5 Minuten an der Steckdose kann der Akku lediglich von 0 auf 6 Prozent geladen werden. Nach insgesamt 20 Minuten zeigt der Akku 25 Prozent. Selbst nach einer Stunde an der Steckdose konnte das S20 FE nur von 0 auf 75 Prozent geladen werden.  

Kabellos lässt sich das Smartphone mit maximal 15 Watt laden. Reverse-Charging mit 4,5 Watt ist ebenso möglich, wenn man unterwegs eventuell seine kabellosen Bluetooth-Kopfhörer aufladen möchte.

Der Preis(vergleich)

Die wichtigsten Funktionen der Galaxy-S20-Reihe zu einem erschwinglichen Preis, soll also das Samsung Galaxy S20 FE bieten. Nun, der UVP von 649 Euro ist wohl nicht unbedingt ein Preisbereich, den viele als "erschwinglich" ansehen. Ein Blick auf Preisvergleichsportale zeigt allerdings, dass das S20 FE (128 GB) bereits ab 543 Euro zu haben ist.

Das Galaxy S20 wird dort immer noch erst ab 665 Euro angeboten. Somit ist der Einstieg in die reguläre S20-Klasse um 100 Euro teurer als das Galaxy S20 FE.

In dem Preisbereich zwischen 500 und 600 Euro hat das Samsung Galaxy S20 FE allerdings mit harter Konkurrenz zu kämpfen.

Pro & Contra

Pro

  • Kamera mit hoher Fotoqualität
  • Super Display mit 120 Hz
  • Starker Prozessor, hohe Leistung
  • Fairer Preis
  • Wasserschutz nach IP68

Contra

  • Akku lädt sich nicht besonders schnell auf
  • Schnellladegerät nicht im Lieferumfang enthalten

Fazit

Es ist schwer, einen größeren Minus-Punkt beim S20 FE (hier online erhältlich) auszumachen: Display, Leistungsfähigkeit und Akkulaufzeit sind sehr gut. Auch die Kamera kann in fast allen Situationen überzeugen und liefert für ein Smartphone in diesem Preisbereich hervorragende Bilder.

Negativ aufgefallen ist das Ladegerät, welches nur eine Ladeleistung von maximal 15 Watt unterstützt. Will man das volle Potenzial in Sachen Schnellladen ausnutzen, muss man sich extra ein entsprechendes Ladegerät kaufen.

Alles in allem kann man sich die 100 Euro, die das reguläre Galaxy S20 mehr kostet, sparen und getrost zum Samsung Galaxy S20 FE greifen.

Vor der harten Konkurrenz in dem Preisbereich braucht sich das Samsung Galaxy S20 FE keineswegs verstecken. Ganz im Gegenteil, mit seiner Ausstattung und seiner hervorragenden Kamera bietet es ein Gesamtpaket, das den regulären S20-Phones nur im Detail nachsteht und vielen der Konkurrenzprodukte eine Nasenlänge voraus ist.

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Florian Christof

FlorianChristof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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